Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Gefahrstofflager

Im Zimmereibetrieb kann ein Gefahrstofflager in folgenden Bereichen erforderlich werden:

Die Entsorgung dieser Stoffe muss häufig als gefährlicher Abfall erfolgen. Nähere Hinweise dazu finden sich unter Zimmerer > Abfallentsorgung > Sonderabfälle.

Beim Errichten von Lagern ist auch die TRGS 510 zu beachten, die für Gefahrstoffe in ortsbeweglichen Behältern gilt. Die TRGS enthält Vorgaben, die mengenunabhängig für alle Gefahrstoffe maßgeblich sind. Sie regelt auch die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, durch die die tatsächlich erforderlichen Maßnahmen zu ermitteln sind. Für die Lagerung von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften (z.B. giftig oder brennbar) bestehen spezielle Vorgaben, die z.T. mit Mengenschwellen verknüpft sind. Des weiteren sind die Zusammenlagerungsverbote der TRGS zu beachten.

Lösemittelhaltige Imprägnierungen, Lasuren und Lacke

 

In Zusammenhang mit der Oberflächenbehandlung werden häufig Stoffe verarbeitet, die brennbar oder wassergefährdend sind.

Alle brennbaren Stoffe mit einem Flammpunkt bis zu 55 °C müssen als leicht entflammbar bzw. entflammbar mit dem nebenstehenden Symbol gekennzeichnet werden. Diese Stoffe müssen feuerbeständig abgetrennt gelagert werden. Türen zum Lager müssen mindestens feuerhemmend (F 30) ausgeführt sein.

     
 alt  neu  

Bitte beachten Sie: Seit dem 1. Dezember 2010 gelten für Stoffe geänderte Einstufungs- und Kennzeichnungsvorschriften. Für Gemische sind die neuen Regelungen ab dem 1. Juni 2015 anzuwenden. Die altbekannten Symbole und Begriffe werden nahezu komplett ersetzt. Die neuen Vorgaben werden durch die neue europäische GHS-Verordnung festgelegt. Einzelheiten  können Sie auf der Seite Gefahrstoffe und Gefahrgut > Gefahrstoffe > GHS nachlesen.

Eine Lagerung ist nicht zulässig

  • in Arbeitsräumen
  • in Durchgängen und Durchfahrten
  • in Treppenräumen
  • in Dachräumen

In den Lackierräumen darf allerdings nur die Menge bereitgestellt werden, die höchstens dem Bedarf einer Arbeitsschicht entspricht.

Kennzeichnung Lacklager 

Falls in dem Bereich nur gelagert wird, erfolgt die Einstufung als explosionsgefährdeter Bereich der Zone 2. Sofern dort auch gemischt, ab- und umgefüllt wird, müssen die Anforderungen der Zone 1 erfüllt werden. Lacklager müssen umwelttechnisch folgende Auflagen erfüllen:

  1. Die Fußböden müssen undurchlässig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.
  2. An den Zugängen soll das Verbotszeichen "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" sowie das Warnzeichen "Warnung vor explosionsfähiger Atmosphäre" angebracht sein (zu den sonstigen Anforderungen der BetrSichV im Bereich Explosionsschutz siehe auch Rechtsgrundlagen > Betriebs- und Anlagensicherheit > Betriebssicherheit > Explosionsgefährdete Bereiche).
  3. Zugänge vom Freien aus sollten unbedingt mit dem Verbotszeichen "Zutritt für Unbefugte verboten" gekennzeichnet werden.
  4. Heizkörpereinrichtungen sollten so gestaltet werden, dass keine Ablagerung darauf möglich ist.
  5. Beleuchtungskörper müssen in explosionsgefährdeter Ausführung entsprechend der Zonenstufung des Lagers eingesetzt werden
  6. Bei ausschließlicher Lagerung (Zone 2) ist eine natürlich Belüftung ausreichend. Für einen Lagerraum der Zone 1, wo Materialien angemischt und umgefüllt werden, müssen technische Lüftungsmöglichkeiten eingerichtet sein, um einen mindestens 5-fachen Luftwechsel zu gewährleisten.
  7. Durch den Einbau einer Türschwelle (mindestens 5 cm) wird das Eindringen von auslaufenden Flüssigkeiten in andere Räume verhindert. Alternativ können auch dichte Auffangwannen verwendet werden. Näheres zu den wasserrechtlichen Anforderungen kann unter Rechtsgrundlagen > Gewässerschutz > Wassergefährdende Stoffe > Anforderungen an Anlagen nachgelesen werden.

Restelagerung

Oberflächenmaterialien sind teuer. Deshalb ist es oft schwer zu entscheiden, ob Reste noch aufgehoben oder einer Entsorgung zugeführt werden sollen. Auch hier gilt: eine Restelagerung ist nur so gut, wie sie übersichtlich und den Mitarbeitern zugänglich ist. Ansonsten werden immer wieder frische Lackgebinde geöffnet und Lackreste nicht aufgebraucht.

Insbesondere Härter für 2-Komponenten Lacke sind nicht lange lagerfähig. Einige Hersteller weisen auf den Gebinden ein Haltbarkeitsdatum aus. Fehlt dies, so sollte beim Einlagern das Datum auf dem Gebinde vermerkt werden.

Es empfiehlt sich, regelmäßig alte Reste auszusortieren, um die Übersichtlichkeit in den zumeist kleinen Lacklagern nicht unnötig einzuschränken und ein Überlagern von Lacken zu vermeiden.

Holzschutzmittellagerung

Für die Lagerung von Holzschutzmitteln gelten je nach Konsistenz folgende Lagerbedingungen:

  • granulierte Präparate
    Lagerung nur in Orginalgebinden auf wasserundurchlässigem Boden (Beton mit dauerleastisch versiegelten Dehnungsfugen).
  • pastöse und flüssige Präparate
    Bei größeren Stoffmengen können Auffangwannen erforderlich werden (Stahlwanne, Betonwanne mit geeigneter Beschichtung oder Auskleidung). Näheres hierzu kann unter Rechtsgrundlagen > Gewässerschutz > Wassergefährdende Stoffe > Anforderungen an Anlagen nachgelesen werden.

Öle für Maschinen und Fahrzeuge

Die Lagerung von Ölen erfolgt im Zimmereibetrieb häufig für

  • Stapler
  • Hydraulikaggregate
  • Kettenschmierung
  • Maschinenöle

Diese Öle sind wassergefährdende Stoffe. Sie können bei einem Auslaufen das Grundwasser belasten. Daher werden durch die VAwS Anforderungen festgelegt, die unter Rechtsgrundlagen > Gewässerschutz > Wassergefährdende Stoffe > Anforderungen an Anlagen beschrieben werden.

Bild: Einfache Lageranlage für Ölbehälter
Lager für verschiedene Ölbehälter
Quelle: Technologie-Zentrum Holzwirtschaft GmbH/Lemgo

Sofern technisch möglich, sollten biologische Öle verwendet werden (z.B. Sägekettenöle). Diese weisen eine geringere Wassergefährdung auf.

Betriebe, die eine eigene Betriebstankstelle betreiben, müssen die damit einhergehenden besonderen Brandschutzrisiken und Gefährdungen des Grundwassers durch geeignete technische Einrichtungen minimieren. Die damit einhergehenden Anforderungen und Lösungen können im Bereich Kraftfahrzeuggewerbe > Tankstellen nachgelesen werden.

Glossar

BetrSichV
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes
(Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV ).
Den Verordnungstext finden Sie hier.


Feuerbeständig
Brandschutzbereiche und brandgefährdete Bereiche müssen feuerbeständig abgetrennt werden. Dies ist in der DIN 4102 als F 90 geregelt. Die Konstruktion muss damit sicherstellen, dass sie mindestens 90 Minuten einem Feuer standhält, ohne ihre Funktion als trennendes oder tragendes Bauteil zu verlieren.

Feuerhemmend
Feuerhemmende Konstruktionen sind in der DIN 4102 als F 30 geregelt. Die Konstruktion muss damit sicherstellen, dass sie mindestens 30 Minuten einem Feuer standhält, ohne ihre Funktion als trennendes oder tragendes Bauteil zu verlieren.

Flammpunkt
Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solchen Mengen entwickeln, dass sich mit der Luft ein durch Fremdzündung entflammbares Gemisch ergibt.

Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
Abfälle werden in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle eingeteilt. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt kleiner 55 °C oder Konzentration sehr giftiger Stoffe größer/gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen. Detaillierte Informationen über Sonderabfälle, gefährliche Abfälle und besonders überwachungsbedürftige Abfälle liefert beispielsweise das Umweltbundesamt.

GHS-Verordnung
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen.
Den Verordnungstext finden Sie hier.
Der Text der Verordnung wurde geändert. Bitte beachten Sie deshalb auch die Rubrik "Geändert durch" der verlinkten Seite.


TRGS 510
Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern
 Die Technischen Regeln finden Sie hier.


VAwS
Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (Anlagenverordnung wassergefährdende Stoffe - VAwS).
Den Verordnungstext finden sie hier.


Die Festlegung von Anforderungen an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen war bisher den Ländern vorbehalten. Dies führte dazu, dass jedes Bundesland eine eigene Anlagenverordnung (VAwS) hat. Seit der zum 1. März 2010 in Kraft getretenen Neufassung des Wasserhaushaltsgesetzes sind Vollregelungen des Bundes möglich. Eine Bundes-VAwS liegt im Entwurf vor. Mit der Verabschiedung, die zu veränderten Anforderungen führen kann, ist im Verlauf des Jahres 2014 zu rechnen.



Wassergefährdende Stoffe
Wassergefährdende Stoffe im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sind feste, flüssige und gasförmige Stoffe, insbesondere Säuren, Laugen, Mineralöle, flüssige sowie organische Verbindungen, Gifte, die geeignet sind, nachhaltig die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern. Die Zuordnung zu den Wassergefährdungsklassen 1, 2 und 3 erfolgt auf Grundlage der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) unter Berücksichtigung der R-Sätze des Stoffes.  Die VwVwS enthält auch eine Liste, die Stoffen die jeweilige Wassergefährdungsklasse zuordnet. Künftig sollen Wassergefährdungsklassen durch die neue Bundes-VAwS festgelegt werden. Mit der neuen Vorschrift ist im Verlauf des Jahres 2014 zu rechnen.



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Letzter Kommentar von P.B.:
hat mir sehr für mein referat geholfen

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Kommentare
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