Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Entsorgung

Die betriebliche Abfallwirtschaft ist ein Kernbernbereich jedes Umweltmanagement-Systems. Hier sind die Mitarbeiter stark mit einbezogen, die Randbedingungen ändern sich häufiger und die Entsorgung kostet Geld. Es lohnt sich, ein System aufzubauen, um die Entsorgung zu optimieren. Für das Zimmererhandwerk werden folgende Schritte empfohlen:
  1. Festlegen der Abfallarten
  2. Innerbetrieblicher Transport und Lagerung
  3. Zuständigkeiten
  4. Abfallbilanz
  5. Abfallwirtschaftskonzept

1. Festlegen der Abfallarten

Als ersten Schritt gilt es, die vorhandenen Abfälle sinnvoll zu trennen und ein System festzulegen. Die Gewerbeabfallverordnung gibt vor, in welche Fraktionen der anfallende Abfall im Betrieb mindestens zu trennen ist.

  • Papier/Pappe
  • Glas
  • Kunststoff
  • Metalle
  • Bioabfall
  • Holz
  • mineralische Baustoffe

Sofern das Holz geeignet ist für eine Verwertung in der betrieblichen Holzfeuerungsanlage, kann dieser Abfall direkt verwertet werden. Darüber hinaus sollten insbesondere Rücknahmen von den Baustellen wie Altfenster und Alttüren getrennt gehalten werden, um sie einer thermischen Verwertung im Rahmen der Altholzverordnung zuführen zu können.

Gefährliche Abfälle müssen immer getrennt von sonstigen Abfällen gehalten werden. Sie entstehen vorrangig aus der Oberflächenbehandlung.

Ausführlicheres über die verschiedenen Abfallfraktionen und ihre Verwertungsmöglichkeiten kann im Bereich Zimmerer > Abfallentsorgung nachgelesen werden.

Es ist in jedem Fall empfehlenswert, den Kontakt zum zuständigen Abfallberater des Landkreises bzw. der Stadt zu suchen, um sich über mögliche Entsorgungspartner zu informieren. Man sollte sich entsprechende Angebote einholen, um sachgerecht zu entscheiden, welche Abfallfraktionen im eigenen Betrieb getrennt werden sollen.

2. Transport und Lagerung

Für jede zu trennende Abfallart gilt es, geeignete Lagerbehälter festzulegen. In Abstimmung mit dem jeweiligen Entsorgungspartner muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen:

  • Platzbedarf
  • Behältermieten
  • Transportkosten
  • Befüllungsmöglichkeiten

Auf der Seite Zimmerer > Abfallentsorgung > Transport  finden sich vielfältige Hinweise darauf, welche Aspekte bei der Festlegung von Behältern wichtig sind.

Es lohnt sich, die Trennfraktionen gemeinsam mit den Mitarbeitern abzustimmen.

Die innerbetriebliche Entsorgung vollzieht sich in folgenden Schritten

  1. Sammeln von Resten
  2. Aufräumen
  3. Transportieren von Abfallbehältern
  4. Befüllen der Transportbehälter des Entsorgungspartners

Es kommen erhebliche Zeitanteile zusammen, die häufig im Tagesgeschäft untergehen, gleichwohl aber die Produktivität deutlich beeinflussen.

Die Behälter für den innerbetrieblichen Transport sollten farblich eindeutig gekennzeichnet werden, auffallen und passend beschriftet sein. Dabei sollten die Begriffe verwendet werden, die im Betrieb üblich sind und nicht offizielle, aber womöglich missverständliche Bezeichnungen.

Auch die Container und Behälter der Entsorgungspartner sollten eindeutig gekennzeichnet sein. Dies kann sehr anschaulich geschehen, z.B. indem die jeweilige Abfallart als Muster über dem Behälter gut sichtbar angebracht wird.

Eine eindeutige Kennzeichnung und Zuordnung der Abfallarten ist die Voraussetzung für eine wirksame Abfallwirtschaft.

3. Zuständigkeiten

Gerade im Entsorgungsbereich macht es Sinn, wenn eine konkrete Person dafür zuständig ist:

  • die Behälter zu kontrollieren
  • ihre Abfuhr zu veranlassen
  • Mitarbeiter bei Unsicherheiten darauf hinzuweisen, wie sie mit dem jeweiligen Abfall umgehen sollen

Es kann auch hilfreich sein, alle betrieblichen Abfälle und deren Lagerbehälter tabellarisch aufzulisten.

Beispiel für eine Entsorgungsanweisung (doc, 18 KB)

Für eine betriebliche Abfallwirtschaft ist es unabdingbar, alle relevanten Informationen, Belege, Rechnungen und sonstigen Nachweise systematisch in einem Ordner zu sammeln. Auch diese Aufgabe sollte konkret einer Person zugewiesen werden.

4. Abfallbilanz

Wenn die ersten drei Schritte umgesetzt worden sind, lassen sich die für eine Effektivitätsbewertung nötigen Daten erheben. Es wird eine Abfallbilanz erstellt und dabei empfohlen, folgende Daten zu erheben:

  • Abfallarten und deren Abfallnummer
  • Anfallende Mengen pro Jahr in kg
  • Zuordnen der Abfallmenge ob sie verwertet oder beseitigt werden
  • Benennen des jeweiligen Entsorgungspartners
  • Erfassung der Entsorgungskosten je Abfallart

Sofern sich aus den Nachweisen und Rechnungen der Entsorgungspartner keine Angaben in Kilogramm ergeben, können für die Umrechnung der verschiedenen Abfallfraktionen folgende Umrechnungsfaktoren angesetzt werden:

Tabelle: Umrechnungsfaktoren Abfallfraktionen

Behälter/Abfallart Raumgewicht
240 ltr. Tonne
1,1 m³ Container
150 - 180 kg/m³
Größere Mischcontainer 180 - 250 kg/m³
Folien 20 kg/m³
Polystyrol-Hartschaum 10 kg/m³
Holzabfälle 120 - 200 kg/m³
Glasabfälle 200 kg/m³
Alu-Montageschaumkartuschen 220 g/Stück
ca. 3 kg/Karton
Kunststoffkartuschen 300 ml 100 g/Stück
leerer Lackkanister 2 kg/Stück
Papier/Kartonagen 30 - 60 kg/m³

Mit diesen Faktoren lassen sich die Abfälle auf Kilogramm normieren und in der Abfallbilanz vergleichen. Die Abfallbilanz bietet dadurch die Möglichkeit, wesentliche Kennzahlen zu erheben:

  • Verwertungsquote
    Anteil der verwerteten Abfälle an der Gesamtmenge aller Abfälle
  • Spezifische Entsorgungskosten in Euro je Tonne Gesamtabfälle.

Diese Daten lassen sich auch überbetrieblich vergleichen und geben Hinweise auf spezifische Schwachpunkte der betrieblichen Entsorgung.

Beispiel für eine Abfallbilanz (xls, 57 KB)

Weitere rechtliche Informationen zum Erstellen von Abfalbilanzen finden sich im Bereich Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft > Abfallbilanzen und -konzepte.

5. Abfallwirtschaftskonzept

Auf der Basis der Abfallbilanz können gezielt Vergleiche und Analysen erfolgen, wo noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist, um die Verwertungsquote zu verbessern oder die Entsorgungskosten zu verringern..

Im Bereich Zimmerer > Abfallentsorgung finden sich vielfältige Hinweise, wie die einzelnen Abfallfraktionen vermieden oder besser verwertet werden können. Als typische Ansatzpunkte lassen sich aus der Praxis benennen:

  • Verringern der Fehlwürfe durch bessere Information der Mitarbeiter
  • Bessere Kennzeichnung der Abfallbehälter
  • Einsatz von Software zur Verschnittoptimierung
  • Getrennthaltung von Papier/Pappe und Kunststoffen vom allgemeinen Restmüll
  • Keine Vermischung von Baustellenabfällen
  • Einsatz von Waschkabinetten oder Destillieranlagen, um die Sonderabfälle aus dem Oberflächenbereich zu minimieren
  • Getrennthaltung von Bauschutt und Metallen

Die Auswertung veranschaulicht die Ansatzpunkte für Verbesserungen. Der Betriebsinhaber muss dann entscheiden, in welchen Bereichen man diese umsetzen will. Dabei gilt es festzulegen:

  • Art und Umfang der Maßnahme
  • Ziel der Maßnahme
  • Umsetzungsfrist
  • Zuständigkeit

    Das Abfallwirtschaftskonzept ist ein Teil der Unternehmensführung. Es ist ein Instrument, Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu deren Umsetzung zu bestimmen

  • Glossar

    AltholzV
    Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (Altholzverordnung - AltholzV).
    Den Verordnungstext finden Sie hier.


    Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
    Abfälle werden in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle eingeteilt. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt kleiner 55 °C oder Konzentration sehr giftiger Stoffe größer/gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen. Detaillierte Informationen über Sonderabfälle, gefährliche Abfälle und besonders überwachungsbedürftige Abfälle liefert beispielsweise das Umweltbundesamt.

    GewAbfV
    Verordnung über die Entsorgung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau- und Abbruchabfällen (Gewerbeabfallverordnung - GewAbfV).
    Den Verordnungstext finden Sie hier.




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