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Startseite > Maler und Stuckateure > Tätigkeitsbereiche > Untergrundvorbereitung > Fassadenreinigung
FassadenreinigungBeim Reinigen und Abbeizen von Fassaden entstehen Umweltbelastungen durch abgelöste Verunreinigungen und eingesetzte Chemikalien. Aus Sicht des Umweltschutzes ist es das Ziel, mit möglichst wenig Chemie ein optimales Ergebnis zu erzielen. Das Entstehen von Abfällen und belastetem Abwasser soll der Fachbetrieb so gering wie möglich halten. Fällt trotzdem belastetes Abwasser an, darf er dies nur in den seltensten Fällen unbehandelt in die Kanalisation einleiten. Meist ist eine vorherige Reinigung und Aufbereitung erforderlich. Details hierzu regeln die Gemeinden oder Unteren Abwasserbehörden (Landratsamt) regional unterschiedlich.![]() Quelle: henteaser / flickr.com Verschmutzungsarten Das Reinigen von Außenfassaden kann entweder aufgrund von Verschmutzungen der Fassadenoberfläche oder aus Anlass geplanter Neubeschichtungen notwendig sein. Verschmutzungen auf den Fassaden lassen sich in drei wesentliche Gruppen einteilen:
Umweltbelastungen Die zentralen Umweltbelastungen aus der Fassadenreinigung bestehen aus:
Vor Beginn der Reinigungsarbeiten Behörden: Unterrichtung und Genehmigung Wichtig für jegliche Art der nassen Fassadenreinigung ist das vorherige Abklären der Einleitstelle für das Abwasser sowie die konkreten Bedingungen, die bei einer Einleitung eingehalten werden müssen. Dazu muss rechtzeitig vorher (i.d.R. mindestens 14 Tage vorab) mit dem Kanalbetreiber eine Klärung herbeigeführt werden. Meist ist ein formaler Antrag zur Einleitung zu stellen, den die Behörde genehmigen muss. TIPP: Für Kleinbetriebe ist die Kleinmengenregelung interessant. Bei zu reinigenden Fassadenflächen von weniger als 300 m² Fläche (Richtwert für Ein-bis Zweifamilienhäuser) und einem pH-Wert von 6,5 bis 9,5 des unbehandelten Abwassers kann auf eine Information der Gemeinde verzichtet werden. Dies gilt jedoch nicht bei Verwendung von CKW-haltigen Abbeizmitteln. Voruntersuchungen und Musterfläche Gründliche Voruntersuchungen der zu reinigenden Flächen sind unerlässlich. Sie sollten sich auf Untergrundart (kalk- oder silikathaltig), Grad und Art der vorhandenen Verschmutzungen sowie deren Verteilung auf der Fläche beziehen. Außerdem sind die örtlichen Gegebenheiten hinsichtlich des Verwendens von Folienwannen und mögliche Einleitstellen abzuklären. Durch Vorversuche sollten mögliche Reinigungstechniken und -produkte an unauffälliger Stelle auf ihre Wirkung hin getestet werden. Gegebenenfalls ist das Anlegen einer repräsentativen Musterfläche sinnvoll. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die nachfolgenden Reinigungsarbeiten optimal am Bedarf auszurichten. Grundsätzlich sollte der Fachbetrieb umweltfreundlichen Reinigungsmitteln immer den Vorzug geben. Dazu ist es ratsam, bei der Auswahl – neben der im Vordergrund stehenden Reinigungswirkung – auch auf die gute biologische Abbaubarkeit, praxisnahe Dosiersysteme, den pH-Wert und den Anteil an leichtflüchtigen Substanzen zu achten. Reinigungsdurchführung Reinigungsverfahren Als Reinigungsverfahren steht eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten zur Verfügung, deren Einsatz sorgfältig auf den zu reinigenden Untergrund abgestimmt werden muss. Grob lassen sich diese Verfahren in folgende Gruppen einteilen:
Sofern mit trockenen Verfahren kein ausreichender Reinigungseffekt erzielt werden kann, besteht die Möglichkeit, die Reinigungswirkung durch Einsatz geeigneter Reinigungschemikalien zu verbessern. Die Reinigungsmittel müssen sorgfältig auf den Untergrund abgestimmt werden und haben die Aufgabe, die Schmutzkruste aufzuschließen und löslich zu machen. Die Abstimmung auf den Untergrund ist insbesondere dann wichtig, wenn die zu reinigende Fassadenfläche unterschiedliche Materialien aufweist. Die Dosiervorgaben des Herstellers sind strikt einzuhalten. Als Reinigungsmittel kommen bei Maler- und Stuckateurbetrieben vor allem folgende Produkte zum Einsatz:
Tipp: Bei stark saugenden Untergründen kann der Verbrauch an Reinigungsmittel gering gehalten werden indem man den Untergrund vorher anfeuchtet. Zudem wird dadurch der nachträgliche Spülaufwand geringer. Abwasseraufbereitung und -beseitigung Abwasser auffangen Abwasser aus der Fassadenreinigung darf nicht einfach versickern oder in die Kanalisation eingeleitet werden. Ersteres ist strikt verboten und kann sogar strafrechtlich verfolgt werden. Zumindest muss immer eine Grobreinigung mit dem Ausfiltern von Schwebstoffen erfolgen. Deshalb ist darauf zu achten, dass an der Fassade ablaufendes Abwasser sicher aufgefangen und in Sammelbehälter geleitet wird. Folgende Möglichkeiten sind gebräuchlich:
Tipp: Der alternative Einsatz von Sprüh-Saug-Systemen (Abbeizkrake) für kleine Flächen reduziert die Umweltbelastung. Bei diesen Verfahren wird die Reinigungsflüssigkeit innerhalb einer geschlossenen Haube auf die Oberfläche aufgespritzt, gleich wieder abgesaugt und im Kreislauf gefahren. ![]() Folienwanne am Fuße der Gerüsts zum Auffangen von belastetedem Reinigungswasser. ![]() Schematische Darstellung einer Auffangwanne ![]() Auffangrinne für die Befestigung am Gerüst.Quelle: BG Bau Abwasser reinigen Feste Bestandteile Abhängig von den konkreten Inhaltsstoffen, die sich aus dem gereinigten Untergrund, dem entfernten Schmutz, dem verwendeten Reinigungsmittel und dem Reinigungsverfahren ergeben, muss das Abwasser vor Einleitung in die Kanalisation einer Behandlung unterzogen werden. Auf jeden Fall muss bei dem anfallenden Abwasser ein Abtrennen der absetzbaren Stoffe erfolgen. Im einfachsten Fall erfolgt dies durch Absetzen in einem Auffangbehälter. Auch der Einsatz von Sandbarrieren oder Teppichresten zur Filterung kann genügen. In allen Fällen empfiehlt sich eine regelmäßige Sichtkontrolle des Klarlaufes auf Verunreinigungen. So kann eine sich erschöpfende Reinigungswirkung frühzeitig erkannt und dagegengesteuert werden. Im Fall des Absetzens in Sammelbehältern ist es empfehlenswert, genügend Absetzzeit einzuplanen und das Absetzverhalten gegebenenfalls durch Flockungsmittel zu unterstützen. Dies hat darüber hinaus den Vorteil, den Mitnahmeeffekt für Schadstoffe aus dem Abwasser in den Schlamm zu verstärken. Vor der nächsten Nutzung des Absetzbehälters sollte auf ein gründliches Entfernen des abgesetzten Schlamms ohne erneuten Eintrag ins Abwasser geachtet werden. Bewährt haben sich mobile Abwasserbehandlungsanlagen, die über eine Schwerkraftabscheidung − gegebenenfalls unterstützt durch die Zugabe von Fällungs- und Flockungsmitteln − eine Vorreinigung vornehmen. Nähere Informationen hierzu finden sich im Kapitel Abwasserbeseitigung. Gelöste Bestandteile Werden bei der Fassadenreinigung Chemikalien eingesetzt, die eine lösende Wirkung auf die Verunreinigungen haben, ist eine Aufbereitung des Abwassers zwingend erforderlich. Die Verfahren sind vielfältig und immer auf den Einzelfall abzustimmen.
Da der Betrieb solcher Anlagen spezielle Kenntnisse erfordert und einigen anlagentechnischen Aufwand mit sich bringt, vergeben die meisten Maler- und Stuckateurbetriebe solche Arbeiten an spezialisierte Fachbetriebe. Dies empfiehlt sich auch bei großen Flächen und schwierigen Untergründen. TIPP: Es lohnt sich, die Abwasserbehandlung gut zu organisieren und mit der Abwasseraufbereitung zeitnah zu verknüpfen. Dadurch entfällt ein längerfristiges Zwischenspeichern des Abwassers, womit man Platz spart und negative Begleiterscheinungen, wie Geruchsentwicklung und erhöhter Aufwand für die Behälterreinigung, minimiert. Sonderfall Asbest Ein spezieller Fall ist das Reinigen asbesthaltiger Fassadenverkleidungen. Dieses kann ausnahmsweise erfolgen, wenn für die Reinigungsarbeiten ein geschlossenes Sprüh-Saug-System eingesetzt wird, das eine Faserfreisetzung sicher vermeidet. Dieses System darf jedoch nur von Betrieben eingesetzt werden, die eine Sachkunde nach der TRGS 519 besitzen. Auch das übliche Anzeigeverfahren für Asbestarbeiten ist einzuhalten. Generell ist es sinnvoll, dem Kunden als Alternative zum Reinigen solcher Fassaden einen Neuaufbau in Verbindung mit dem Anbringen eines modernen Wärmedämmverbundsystems zu empfehlen. Damit lassen sich zum einen steigende Entsorgungskosten für die asbesthaltigen Fassadenplatten vermeiden und zum anderen die Vorteile der energetischen Aufwertung der Fassade nutzen. Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln Abwassereinleitung und Entschichten und Abbeizen.
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