Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Transport

Innerbetrieblicher Transport und Lagerung

Abfälle entstehen über den gesamten Produktionsprozess hinweg - von der Verwaltung bis hin zu den Rücknahmen von der Baustelle. Nicht zu vergessen die vielen Zwischenlager im Fertigungsprozess:

  • Massivholz- und Plattenreste
  • Lack- und Lösemittelreste
  • Verpackungen von Anlieferungen
  • Reinigungsmittel, Kartuschen usw.

Das Erfassen der Abfälle, Einsortieren und Lagern bis hin zum Bereitstellen für die Abholung kostet viel Zeit. Deshalb ist es sinnvoll festzulegen:

  1. Art und Größe der Abfallbehälter
  2. Ort der Aufstellung
  3. Zuständigkeit für deren Leerung

Dabei ist grundsätzlich auf folgendes zu achten:

  • Farbliche Kennzeichnung jedes Behälters
  • Beschriftung, welche Abfallarten hineingegeben werden sollen. Dabei sollte die betriebsübliche Benennung der jeweiligen Abfälle verwendet werden. Bei Abfällen, die als Gefahrstoffe gelten (z.B. Lösemittel), sind zusätzliche Angaben entsprechend der TRGS 201 erforderlich. Näheres zu den zu beachtenden Regelungen kann auf der Seite Wichtig für alle Branchen > Gefahrstoffe > Informationsquellen > TRGS nachgelesen werden.
  • Leichte Zugänglichkeit
  • Gute Transportierbarkeit (z.B. Rollen)
  • Handlichkeit, um das Umfüllen in die Transportbehälter nicht zu erschweren.

Bild: Farbig gekennzeichnete Abfallbehälter erleichtern die Sortierung
Farbig gekennzeichnete Abfallbehälter erleichtern die Sortierung
Quelle: Technologie-Zentrum Holzwirtschaft GmbH/Lemgo

Auch die vom Entsorger für den Abtransport genutzten Behälter und Container sollten eindeutig erkennen lassen, welche Abfallarten hineingegeben werden dürfen. Behälter, die von der Straße aus zugänglich sind, sollten unbedingt abgeschlossen werden!

Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Behälter witterungsgeschützt aufgestellt werden oder zumindest das Einregnen in die Behälter verhindert wird. Die Entsorgung von Regenwasser ist einfach zu teuer.

Die Preise für Container setzen sich normalerweise immer zusammen aus
- Behältermiete
- Transportpauschale
- mengenbezogene Entsorgungskosten

Es empfiehlt sich, jährlich seine Entsorgungskosten daraufhin zu überprüfen, ob die gewählten Behältergrößen und der Abholrhythmus noch optimal sind! Möglicherweise macht es auch Sinn, Behälter zu kaufen anstatt die regelmäßigen Mietkosten dafür aufzuwenden.

Bild: Behältergrößen
Behältervarianten

Für die Erfassung von Sonderabfällen ergeben sich zusätzliche Vorschriften. Diese haben in aller Regel ein wassergefährdendes Potenzial. Deshalb dürfen nur Abfallsammelbehälter für Sonderabfälle verwendet werden, die baurechtlich geprüft sind. Die Entsorger von Sonderabfällen stellen in der Regel ordnungsgemäße Behältersysteme in Größen zwischen 60 und 1000 Liter zur Verfügung. Diese können gemietet oder gekauft werden.

Bild: Sonderabfallbehälter
Sonderabfallbehälter
Quelle: Technologie-Zentrum Holzwirtschaft GmbH/Lemgo

Zur Zwischenlagerung  für kleinere Mengen an Lackresten wird empfohlen:

  1. Entstehende Reste sind nur in Originalgefäßen aufzubewahren.
  2. Die Lagerung sollte in Räumen mit einer Auffangschwelle oder über Auffangwannen erfolgen (Lacklager).

Transport von Abfällen

Gemäß § 53 KrWG werden auch Handwerksunternehmen als "Beförderer" eingestuft. Ab dem 1.6.2014 gilt ein neues Verfahren, um die Anzeige und Erlaubnispflichten (s.u.) der Betriebe zu regeln.

Fachkunde

Zunächst fordert der Gesetzgeber, dass der Inhaber eines Betriebes eine ausreichende Fachkunde zum Sammeln und Befördern von Abfällen nachweisen muss. Diese ist dann gegeben wenn er:

  • eine Hochschul- oder Fachhochschulstudium abgeschlossen hat oder 
  • eine kaufmännische oder technische Fachschul- oder Berufsausbildung besitzt oder
  • eine Qualifikation als Meister vorweisen kann.

Anzeige- und Erlaubnisverfahren

Das Befördern von nicht gefährlichen Abfällen bedarf nach § 53 KrWG einer vorherigen Anzeige bei der unteren Abfallbehörde. Wer gefährliche Abfälle transportiert, muss dafür nach § 54 KrWG vorher sogar eine Erlaubnis bei der Behörde einholen. Allerdings werden Betriebe, die Abfälle im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Unternehmung befördern, unter bestimmten Bedingungen (z.B. <20t/a nicht gefährliche Abfälle) von der Anzeigepflicht ausgenommen. Der Erlaubnispflicht unterfallen sie nicht. Weitere Informationen unter Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft > Transport

Wer sichergehen möchte, bei eventuellen Straßenkontrollen sich keine aufwendige Überprüfung der Abfallmengen einzuhandeln, ist gut beraten bei der unteren Abfallbehörde seine Abfalltransporte anzuzeigen. Dies ist ein einmaliger Vorgang, der nur bei wesentlichen Änderungen wiederholt werden muss und man hat für den Transport die Anzeige dabei.

Es sollten bestimmte Randbedingungen eingehalten werden, um nicht Gefahr zu laufen, bei einer polizeilichen Kontrolle oder bei Unfällen mit Bußgeldern belegt zu werden. Denn für den einzelnen Transport könnten die Bestimmungen der GGVSEB (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt) sowie weitere gefahrguttransportrechtliche Vorgaben gelten. Um nicht unter die vollen Anforderungen der GGVSEB zu fallen, können Ausnahmeregelungen herangezogen werden , die auf der Seite Zimmerer > Planung/Modernisieren > Materialtransport > Gefahrguttransporte beschrieben sind. In jedem Fall ist auf eine ordentliche Ladungssicherung und auf dicht verschlosseene Behälter zu achten.

Allgemeine rechtliche Hinweise zum Transport von Abfällen können auch unter Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft > Transport nachgelesen werden.

Glossar

GGVSEB
Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt - GGVSEB). 
Den Verordnungstext finden Sie hier


KrWG
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz - KrWG).

Den Gesetzestext finden Sie hier.



Sonderabfälle
Der Begriff „Sonderabfall” wird im allgemeinen Sprachgebrauch zur Beschreibung verschiedener Abfallarten mit gefährlichen Eigenschaften genutzt, ohne dass eine klare rechtliche Definition existiert. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt unter 55 °C oder Konzentration giftiger Stoffe größer oder gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen.

TRGS 201
Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen - TRGS 201.
 Die Technischen Regeln finden Sie hier.




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