Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
StartseiteSitemap Über unsKontaktNewsPartnerWichtige LinksVeranstaltungen    Notizzettel ImpressumDatenschutz Schmuckbild Rechts
 

Änderungen durch EMAS III

Die Verordnung (EG) Nr. 761/2001 (EMAS II) ist am 11. Januar 2010 außer Kraft getreten. Sie wurde durch die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (EMAS III) ersetzt.  Die neue Vorschrift beinhaltet relevante Änderungen und umfangreiche inhaltliche Ergänzungen, was sich in der Erweiterung von 18 auf 52 Artikel niederschlägt. Die Ergänzungen betreffen auch die Aufnahme bisher durch Leitfäden getroffener Regelungen, die für Umweltgutachter und die für die Registrierung validierter Organisationen zuständigen Stellen maßgeblich sind.

Wie bisher entsprechen die von der Verordnung festgelegten Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem den Vorgaben der Umweltmanagementnorm EN ISO 14001. Die Darstellung dieser Anforderungen ist Gegenstand des Anhangs II Teil A der Verordnung. Darüber hinaus müssen registrierte Organisationen nach wie vor zusätzliche Forderungen erfüllen (Anhang II Teil B). Durch die neue spaltenweise nebeneinander angeordnete Darstellung der Vorgaben erfolgt eine thematische Zuordnung.

Nachfolgend werden die für den betrieblichen Bereich relevanten Änderungen dargestellt. Bereits nach EMAS registrierten Organisationen bleibt dieser Status erhalten. Bei der nächsten Begutachtung prüft der Umweltgutachter, ob die Organisation die neuen Anforderungen erfüllt (Begutachtungen erfolgen im Abstand von 3 Jahren). Zu beachten ist, dass zwischenzeitlich zu aktualisierende Umwelterklärungen Informationen zu Kernindikatoren enthalten müssen. Ist die Begutachtung vor dem 11. Juli 2010 erfolgt, so kann die Frist im Einvernehmen mit dem Umweltgutachter und den zuständigen Stellen bis zur nächsten Begutachtung um sechs Monate verlängert werden.   

Kernindikatoren für die Umweltleistung

Künftig sind sogenannte Kernindikatoren für die Umweltleistung zu ermitteln und in der Umwelterklärung zu veröffentlichen. Einzelheiten hierzu können Sie auf der Seite Rechtsgrundlagen > Umweltmanagement > Kernindikatoren nachlesen.

EMAS-Logo

Künftig ist nur noch die Verwendung eines einzigen EMAS-Logos entsprechend den Spezifikationen des Anhangs V der Verordnung erlaubt. Die bisherige zweite Version des Logos mit dem Wortlaut „geprüfte Information“ wurde gestrichen.

Verlängerung der Validierungszyklen für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten die Möglichkeit, den Validierungszyklus des Managementsystems von 3 auf 4 Jahre und der Umwelterklärung von 1 auf 2 Jahre zu verlängern, was bei den Registrierungsstellen (IHK) zu beantragen ist. In den befreiten Jahren muss die aktualisierte Umwelterklärung der Registrierungsstelle übergeben werden.

Die Verlängerung ist an folgende Bedingungen geknüpft, deren Erfüllung vom validierenden Umweltgutachter zu bestätigen ist:

  • Es liegen keine wesentlichen Umweltrisiken vor.
  • Es sind keine wesentlichen Änderungen geplant.
  • Es liegen keine wesentlichen lokalen Umweltprobleme vor, zu denen der Betrieb beiträgt.

Sammelregistrierung für Organisationen mit verschiedenen Standorten

Für Organisationen mit mehreren Standorten (die auch in verschiedenen Ländern liegen können) wurde die Möglichkeit zur Beantragung einer Sammelregistrierung geschaffen. Vor Anwendung der neuen Regelung müssen die Mitgliedstaaten noch konkretisierende Regelungen erarbeiten.

EMAS-Teilnahme von Organisationen aus Drittstaaten

Künftig sollen sich auch außerhalb der EU ansässige Organisationen an EMAS beteiligen können. Diese müssen sich auch an die Umweltvorschriften halten, die für ähnliche Organisationen in den Mitgliedstaaten gelten, in denen sie einen Antrag auf EMAS-Teilnahme stellen wollen. Die Mitgliedstaaten müssen noch konkretisierende Regelungen schaffen.

Referenzdokumente und Leitfäden

Auf EU-Ebene sollen Referenzdokumente und Leitfäden erarbeitet werden, die 

  • bewährte Praktiken im Umweltmanagement,
  • branchenspezifische Indikatoren und
  • Maßgaben zur Bewertung der Umweltleistung

festlegen. Die Vorgaben werden bei dem Aufbau und der Beurteilung von Managementsystemen sowie bei der Erarbeitung von Umwelterklärungen zu berücksichtigen sein.

Glossar

EMAS
Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS). EMAS bedeutet Eco-Management und Audit Scheme. Im deutschen Sprachgebrauch wird anstelle von EMAS oft der Begriff Öko- oder Umwelt-Audit benutzt. Die Begriffe sind gleichbedeutend. Die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (EMAS III) ersetzte die außer Kraft getretene Verordnung (EG) Nr.761/2001 (EMAS II-Verordnung). 
Den Verordnungstext finden Sie hier


KMU
Als KMU gelten gemäß der EU-Definition kleine und mittlere Unternehmen mit max. 250 Mitarbeiter und max. 50 Mio. €  Jahresumsatz oder max. 43 Mio. € Jahresbilanz (auch: Anteil eines Nicht-KMU am Unternehmen max. 25 %).




Wie beurteilen Sie diesen Artikel?      hilfreich    
                    
  weniger hilfreich

Grafik Druck  Drucken       Grafik Notiz  Zum Notizzettel hinzufügen       Grafik Linkbox  Kommentare schreiben       Grafik Linkbox  Kommentare lesen (0)
 
 
Kommentare
Links
Literatur
Adressen