Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
StartseiteSitemap Über unsKontaktNewsPartnerWichtige LinksVeranstaltungen    Notizzettel ImpressumDatenschutz Schmuckbild Rechts
 

Materialeffizienz – Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Neben der Energieeffizienz wird in den letzten Jahren in verstärktem Maße die Materialeffizienz als ein zentraler Ansatz für ein nachhaltiges Wirtschaften betrachtet und staatlich gefördert. Beide Ansätze sollen dazu beitragen, wirtschaftliches Wachstum und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln, da nur so weltweit ein ökologisch vertretbares Wirtschaftswachstum möglich sein wird.

Was ist Materialeffizienz?

Materialeffizienz ist eine Maßgröße für den effizienten Einsatz von Material, Roh- und Hilfsstoffen zur Herstellung von Produkten oder der Bereitstellung von Dienstleistungen. Für ein produzierendes Unternehmen ist dies das Verhältnis von Produkt-Output zu Material-Input. In der betrieblichen Praxis wird die Materialeffizienz meist als Verhältnis aus Menge der hergestellten Güter zur eingekauften Menge an Rohstoffen berechnet. Dieser Quotient kann damit direkt aus den Unternehmensdaten berechnet werden. Je höher diese Maßzahl liegt, umso geringer sind die zur Herstellung der Produkte erforderlichen Aufwendungen für Material.

Eine hohe Materialeffizienz bedeutet damit niedrigere Produktionskosten und geringere Umweltbelastung. Unternehmen, die sich eingehend und dauerhaft mit Material- und Energieeffizienz befassen,  sind wettbewerbsfähiger und arbeiten umweltschonender als andere.

Materialkosten in der Wirtschaft

Materialkosten stellen im produzierenden Gewerbe mit über 45% den mit Abstand größten Kostenblock dar. Der Anteil der Personalkosten liegt dagegen mit ca. 17% weit darunter. In vielen Unternehmen werden die Materialkosten nicht im Detail untersucht. Es ist also bei vielen Betrieben im Bereich der Materialkosten, auch angesicht der Höhe dieses Kostenblocks, ein großes Einsparpotenzial zu erwarten.

 

Während fast alle Firmen zur Verbesserung ihrer Marktfähigkeit intensiv daran arbeiten, die Arbeitseffizienz zu erhöhen, wird die Materialeffizienz oft nicht als kostensenkender Faktor wahrgenommen. Materialkosten sind für viele Unternehmen durch Produktdesign und Fertigungsmethoden scheinbar fest vorgegeben. Es ist daher auch nicht überraschend, dass sich die Produktivität der Arbeit in 45 Jahren um den Faktor 3,5 erhöht hat, während die Materialeffizienz nur um den Faktor 2 gesteigert worden ist.

Grafik: Steigerung von Arbeits-, Material- und Energieeffizienz in 45 Jahren, Entwicklung gegenüber 1960=100%  (bis 1990 alte Bundesländer)
 
Quelle: Wuppertalinstitut und Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Wissenschaftliche Untersuchungen (ADL; FhG-ISI, Wuppertal Institut, 2005) schätzen das bis 2015 realisierbare Einsparpotenzial auf ca. 20 %. Dieses Potenzial ist realistisch und wird durch die Erfahrungen, die in zahlreichen einzelbetrieblichen Untersuchungen gewonnen wurden bestätigt. Bei jährlich verarbeiteten Materialien im Wert von 500 Mrd. € entspricht die Steigerung der Materialeffizienz um 20% einem Einsparpotenzial von immerhin 100 Mrd. € jährlich.

Bundesweite Projekte und Institutionen

Bundesweit wurde die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea) ins Leben gerufen, die produzierende Unternehmen sensibilisieren soll, mit Material effizient umzugehen und Einzel- und Netzwerkprojekte fördert. Das Ziel des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (ZRE) ist es, den integrierten Einsatz von Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutztechnologien allgemein verständlich und umfassend darzustellen und zu befördern.

Ressourceneffizienz ist in der nationalen und internationalen Politik inzwischen ein Top-Thema, da die Wettbewerbsnachteile, die durch eine ineffiziente Ressourcennutzung entstehen, die Entwicklung von Unternehmen hemmen und Arbeitsplätze gefährden. Vor diesem Hintergrund beauftragten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt 31 Projektpartner unter Leitung des Wuppertal Instituts mit dem Forschungsprojekt "Materialeffizienz und Ressourcenschonung" (MaRess). Das Projekt lief von Juli 2007 bis Dezember 2010. Das Wuppertal-Institut bietet dazu14 Arbeitspakete und Ergebnisse zum Download an.

Auf den folgenden Seiten werden die wesentlichen Ansatzpunkte zur Verbesserung der Materialeffizienz und die Methoden, mit der diese Einsparpotenziale gefunden werden können, dargestellt.

Glossar

Nachhaltigkeit
Ursprünglich stammt der Begriff Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft, wonach einem Wald nur soviel Holz entnommen werden soll, wie in der gleichen Zeit nachwächst. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Wald über Generationen erhalten und nutzbar bleibt. Eine umfassende Erweiterung erfuhr der Begriff Nachhaltigkeit im so genannten Brundtland-Bericht aus dem Jahr 1987, der nachhaltige Entwicklung folgendermaßen definiert: „Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." Damit wird sowohl der dauerhafte Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen als auch die gerechte Verteilung der Ressourcen innerhalb der gegenwärtig lebenden Menschen zur politischen Aufgabe gemacht.

Ressourcenverbrauch
Der steigende Ressourcenverbrauch ist eines der drängensten globalen Probleme. Eine der wesentlichen Aufgaben, die die Menschheit aktuell zu lösen hat, ist es einen besseren und gerechteren Zugang zu den Ressourcen weltweit zu gewährleisten und einen sparsamen Umgang mit ihnen zu organisieren.

Teilweise werden einzelne Ressourcen, wie z. B. Öl oder Uran, in naher Zukunft knapp oder sind nur noch mit deutlich höherem Aufwand zu gewinnen. Eine deutliche Verteuerung des Öls beispielsweise oder gar ein Versiegen des Ölstroms in die Industrieländer hätte weit reichende Folgen auf den dortigen Labensstandard.

Aber auch die Entnahme und Veredelung von noch reichlich vorhandenen Ressourcen, wie z. B. Metallen oder Kohle, hat, vor allem emissionsseitig, globale negative Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der Gewinnung von Rohstoffen sind tiefe Eingriffe in die Landschaft und den Wasserhaushalt verbunden, zur Veredelung und Raffinierung werden meist sehr energieintensive technische Verfahren eingesetzt, oft gelangen hier teilweise toxische Stoffe in die Umwelt, die zu weiteren Belastungen führen.

Der Ressourcenverbrauch und speziell die Entkopplung von Wirtschaftwachstum und Ressourcenverbrauch sind daher zentrale Anliegen wirtschafts- und umweltpolitischer Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene. Zur Lösung der Probleme werden zwei Ansätze verfolgt: Zum einen der sparsame Umgang mit Rohstoffe durch effiziente Technologien und zum anderen die schrittweise Schließung von Kreisläufen durch Recycling.





Wie beurteilen Sie diesen Artikel?      hilfreich    
                    
  weniger hilfreich

Grafik Druck  Drucken       Grafik Notiz  Zum Notizzettel hinzufügen       Grafik Linkbox  Kommentare schreiben       Grafik Linkbox  Kommentare lesen (0)
 
 
Kommentare
News
Service
Hinweis
Beispiele aus der Praxis
Beispiele aus der Praxis
Beispiele aus der Praxis
Beispiele aus der Praxis
Links
Literatur
Adressen